Das europäische Projekt „BreedingValue“ ist offiziell zu Beginn dieses Jahres gestartet.

Die meisten Menschen mögen sie: Erdbeeren, Himbeeren und Blaubeeren sind beliebte Früchte. Mit einem hohen Anteil an gesundheitsfördernden anti-oxidativen Pflanzeninhaltsstoffen, Vitaminen und Mineralien sind sie außerdem sehr gesund. Aber aus der Sicht der Produzenten und Züchter kann und muss man Erdbeer- Himbeer- und Blaubeersorten trotzdem noch verbessern, damit sie sich besser an den drohenden Klimawandel anpassen und besser und nachhaltiger angebaut werden können. Auch aus Sicht der Verbraucher sollen die Früchte gerne noch besser schmecken und besser haltbar sein. Deshalb kooperieren 20 Partner aus acht verschiedenen Ländern im EU-geförderten Projekt BreedingValue um Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren zu verbessern.

Erdbeeren
Erdbeeren. Quelle: A. Wiese-Klinkenberg

Das Projekt vereinigt Experten in Naturschutz, Genetik, Genomik, Züchtung, Biotechnologie, Biochemie, Phytopathologie, Bioinformatik, Statistik und Beerenproduktion in einem großen Netzwerk zur gemeinsamen Verbesserung der Beerenpflanzen in Europa.

Wirtschaftlich sind Beeren hochwertige Produkte, Erdbeeren bringen zum Beispiel ca. 9.000 € pro Hektar Land ein, während Weizen oder Mais lediglich ca. 250 € pro Hektar Land einbringen.

Erdbeerfeld. Quelle A. Wiese-Klinkenberg

Erdbeeren sind dabei am beliebtesten, im Jahr 2019 wurden in Europa 1.747.403 Tonnen Erdbeeren produziert (FAO 2021, FAOSTAT statistical database). Um neue, bessere und an die Zukunft angepasste Eigenschaften in die Beerensorten einzuzüchten, wollen die beteiligten Wissenschaftler des Projektes BreedingValue eine möglichst große Sammlung von verschiedenen, auch älteren Beerensorten anschauen. Die verschiedenen Eigenschaften der Sorten wie Geschmack, Geruch, Aussehen und Stabilität der Früchte sowie die Robustheit der Pflanzen gegen Umweltstresse und ihre Anpassung an nachhaltige Anzuchtsysteme werden dazu genau untersucht und katalogisiert. Die Züchtung der letzten Jahrzehnte ist mit nur wenigen Sorten durchgeführt worden. Grade auch in den älteren Sorten lässt sich eine hohe Vielfalt in den Genen und deshalb auch in den Merkmalen/Charakteristika der Sorten finden. Diese zu erkennen und den genetischen Hintergrund der Eigenschaften zu verstehen, soll die Grundlage für die Züchtung von neueren Sorten sein. Während es schon viele kommerziell genutzte Erdbeersorten gibt, gibt es bei Himbeeren und Blaubeeren noch wenig Auswahl. In vorhergegangenen EU-Projekten konnten bereits viele verschiedene Zucht- und Wildsorten zusammengesucht und charakterisiert werden.

Somit steht jetzt eine große „genetische Ressource“ zur Verfügung, eine Sammlung verschiedener Sorten, mit verschiedener zu Grunde liegender genetischer Programmierung. Diese soll jetzt im Projekt BreedingValue weiter untersucht werden, damit am Ende gute Sorten für ein weiteres Zuchtprogramm zur Verfügung stehen. Dazu werden die aktuellsten Techniken zur Erfassung von Pflanzendaten und Genomdaten genutzt. Am Ende soll erreicht werden, dass die anvisierten Beerenpflanzen der Zukunft auch wirklich nach allen Bedürfnissen von Verbrauchern, Produzenten, Verkäufern und den kommenden Umweltbedingungen gezüchtet werden können. Was genau diese Bedürfnisse sind und welche Eigenschaften aus der Sortenvielfalt ist auch ein Aspekt, der Projektarbeit. Vier Jahre lang können die Projektpartner von BreedingValue jetzt unter der Leitung von Prof. Bruno Mezzetti von der Università Politecnica delle Marche in Italien auf ihr Ziel hinarbeiten. Am 20./21. Januar trafen sich die Projekt-Partner zu einem virtuellen Auftakt-Treffen um den Start des Projektes in die Wege zu leiten. Wir werden hier gerne weiter über erste spannende Ergebnisse berichten.

Das Projekt BreedingValue wird von der EU gefördert.

Link zum Projekt: https://breedingvalue.eu/

IBG-4 Bioinformatik

About IBG-4 Bioinformatik

Der Institutsbereich Bioinformatik IBG-4 entwickelt Methoden um komplexe Datensätze und Prozesse aus dem Bereich der Bioökonomie und der Pflanzenwissenschaft durch wissensbasierte Datenintegration, klassische Bioinformatik und maschinelles Lernen zu untersuchen und optimieren. Mit benutzerfreundlichen Datenbanken, neuen Methoden zur Genomanalyse und Lösungen zur Integration, Interpretation und Darstellung großer Datensätze sollen Pflanzen, andere Organismen und Gene für eine nachhaltige bioökonomische Nutzung erschlossen oder verbessert werden. Der Institutsbereich Bioinformatik IBG-4 ist Mitglied im Forschungsverbund Bioeconomy Science Center.

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