Hollywood hat auf die Frage, was gute Wissenschaft ausmacht, eine klare Antwort: Es handelt sich um das wissenschaftliche Arbeiten eines smarten Forschers und einer smarten Forscherin, die gemeinsam im letzten Moment durch einen schlauen Einfall die Welt oder die Menschheit retten. action- und spannungsgeladen forscht das Team unter Hochdruck an der Entwicklung der rettenden Lösung. Frei nach einem deutschen Kinderlied, kann sich Wissenschaft aber auch mit scheinbar trivialeren Dingen auseinandersetzen: „Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt, dass Marmelade Fett enthält, Fett enthält…“. Doch wer hat denn nun recht? Ist Wissenschaft nur wertvoll, wenn mit einem großen Knall riesige Herausforderungen gestemmt werden oder ist die Lösung von Alltagsaufgaben ebenso wichtig?

Beides stimmt! Wissenschaft und Forschung, die sich sowohl um die großen Probleme der Menschen (natürlich ohne den großen Hollywood-Action-Teil) als auch um die kleinen Themen des alltäglichen Lebens kümmern, sind wertvoll. Doch gute Wissenschaft beinhaltet noch viele weitere Komponenten.

Gute Wissenschaft behält das große Ganze im Auge und schließt niemanden aus. Sie möchte verändern, verbessern und weiterentwickeln. Es geht darum, das Wissen der Menschen zu erweitern und über die Länder- und Kulturgrenzen hinweg zu teilen. Wissenschaft verbindet und schlägt Brücken. Frei nach dem Motto „Zusammen ist man stärker als alleine“, lassen sich viele wissenschaftliche Fragestellungen in einem internationalen Team deutlich effektiver lösen. Unterschiedliche Sichtweisen auf das gleiche Problem können schließlich zu zahlreichen neuen Lösungsansätzen führen.
Was einige sehr große gesellschaftliche Herausforderungen betrifft, sitzen wir sprichwörtlich global in einem Boot. Die globalen Auswirkungen der Klimakrise beispielsweise betreffen alle Menschen weltweit. Ist es dann nicht auch sinnvoll, dass Wissenschaft und Forschung dazu auf internationale Zusammenarbeit setzt? Die Antwort ist eindeutig „JA“.

In Jülich forschen und arbeiten Wissenschaftler:innen an der Beantwortung einiger der großen Fragen unseres Zeitalters. Damit die Wissenschaft auch einen herausragenden Output hervorbringt, ist die Zusammenarbeit mit weltweiten Partnern ein wichtiges Element der wissenschaftlichen Projekte und Vorhaben. So erforschen Forschende aus Jülich und Afrika gemeinsam das Potenzial des afrikanischen Kontinents für die Herstellung grünen Wasserstoffs. Das H2Atlas-Africa Projekt setzt auf die enge Zusammenarbeit der beiden Länder und den direkten Austausch. Das Ziel ist dabei zuallererst die Versorgung der afrikanischen Bevölkerung mit ausreichendem grünem Strom. Doch auch der Export des grünen Wasserstoffs und die Ausbildung von Fachkräften vor Ort sind wichtige Aspekte. Die Energie der Zukunft ist tatsächlich das Thema zahlreicher internationaler Projekte, wie etwa dem German-Canadian Materials Acceleration Centre (GC-MAC). Hier erforschen Jülicher Wissenschaftler:innen mit kanadischen Partnern Energiematerialien.
Die Zusammenarbeit mit den internationalen Partnern kann auf vielfältige Weise ausgestaltet werden und ganz unterschiedliche Forschungsthemen behandeln. Die strategische Partnerschaft „Umbrella“ vereint zum Beispiel gleich drei Institutionen. Neben dem Forschungszentrum Jülich sind das Technion – Israel Institute of Technology und die RWTH Aachen beteiligt. Bei Umbrella geht die Zusammenarbeit  über ein themenbasiertes Projekt hinaus und möchte „den Austausch in Wissenschaft und Technik verbessern“. Dabei fokussiert sich die Kooperation unter anderem auf die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Das jährlich stattfindende Umbrella-Symposium ist ein schöner Beweis, wie der Austausch zwischen Ländern und Institutionen gelingen kann. Zuletzt trafen sich die beteiligten Wissenschaftler:innen im Mai 2021 zu einem online Symposium. Unter dem Titel “Life Science and Engineering: Data Analytics, Neuroscience and Multiscale Biomedical Engineering” fanden unterschiedliche Sessions, Talks und Präsentationen statt. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Verleihung der „Umbrella-Awards“ an drei herausragende Nachwuchswissenschaftler:innen und die Forschungs-Präsentationen der Preisträger:innen.

Bei allen Partnerschaften, Kooperationen und Zusammenarbeiten sind der Austausch und der Vorteil für beide Seiten zentral. Ganz im Sinne guter Wissenschaft profitieren alle Beteiligten von der gemeinsamen Arbeit.

Weitere Informationen:

https://www.h2atlas.de/de/
https://gcmac.ca/
https://www.rwth-aachen.de/cms/root/Die-RWTH/Profil/Internationalisierung/Partnerhochschulen-und-internationale-Ne/~bkdtf/Umbrella-Collaboration/

About Sabine Clemens

Sabine Clemens ist Pressereferentin für den Fachbereich Nationale und Internationale Beziehungen in der Unternehmensentwicklung. Daher schreibt sie in diesem Blog über die verschiedensten Themen der Internationalität. --- Sabine Clemens is press officer for the National and International Relations department in Corporate Development. She therefore writes about a wide variety of topics relating to internationality in this blog.

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