Eine Kollaboration wie JEDI, die aus etwa 120 Mitgliedern aus 11 Ländern besteht, muss sich regelmäßig treffen um die neuesten Ergebnisse und die nächsten Schritte zu diskutieren. Heute und morgen ist es wieder soweit.

Kollaborationsmeeting Februar/März 2016 (Bild: JEDI Collaboration)

Kollaborationsmeeting Februar/März 2016. Auf dem Bild ist nicht die gesamte Kollaboration, da einige über eine Webkonferenz hinzugeschaltet waren und andere unsere heute beginnende Messung an COSY vorbereiten mussten (Bild: JEDI Collaboration)

Zur Abwechselung möchte ich einmal nicht über die Grundlagen meiner Arbeit berichten, sondern ganz aktuell unser gerade laufendes Kollaborationstreffen kurz erwähnen. So ein Treffen ist eine sehr gute Gelegenheit aktuelle Ergebnisse und Erfolge, den Stand der Arbeiten und die Pläne für die Zukunft zu diskutieren. Das regelmäßig zu tun ist auch nötig, da wir parallel an vielen verschiedenen Dingen arbeiten, auf die ich alle nach und nach in diesem Blog genauer eingehen will. Dabei handelt sich es um Experimente am Jülicher Beschleuniger COSY, mit denen wir eine erste Messung des elektrischen Dipolmoments von Deuteronen vorbereiten wollen, Entwicklung und Tests von Diagnosewerkzeugen für COSY und einen angestrebten zukünftigen Beschleuniger, die Entwicklung von elektrischen Feldplatten, wie ich sie in diesem Beitrag kurz erwähnt habe, die Entwicklung neuer Detektoren zur Messung der Spinrichtung der Teilchen und Simulationen von möglichen Konzepten zukünftiger Beschleunigeringe für EDM Messungen (komplett ist diese Aufzählung bestimmt nicht). Das bedeutet allerdings auch, dass man zwei Tage in einem Seminarraum sitzt und mit komprimierten Informationen versorgt wird – nur unterbrochen von der eigenen Präsentation und natürlich den dringend notwendigen Kaffeepausen …

Insbesondere die letzten Experimente an COSY waren sehr erfolgreich. Hier haben wir die Voraussetzungen geschaffen, überhaupt eine Messung von elektrischen Dipolmomenten durchführen zu können. Wir haben sowohl die Genauigkeit, mit der wir die Präzession des Spins aufgrund des magnetischen Dipolmoments bestimmen können, als auch die Zeit in der wir die Ausrichtung der Spins im Beschleuniger kontrollieren können, jeweils um einige Größenordnungen – im Vergleich zu den bis dato weltweit besten Ergebnissen – verbessert. Auch ein neues Gerät für COSY (ein sogenannter Wien-Filter für zeitlich wechselnde elektrische und magnetische Felder), das so vorher noch nie gebaut wurde und mit der wir die Richtung der Spins manipulieren und das elektrische Dipolmoment messen wollen, ist vor kurzem in die Fertigung gegangen und wird uns im Laufe des Jahres für erste Messungen zur Verfügung stehen.

Insgesamt hat bereits der erste Tag gezeigt, dass spannende Zeiten auf uns zukommen. Die vielen verschiedenen Dinge, die auf einem solchen Treffen innerhalb der kurzen Zeit diskutiert werden, können zwar an manchen Stellen etwas chaotisch erscheinen (wohlgemerkt: erscheinen), aber das Gesamtprojekt ist eben entsprechend komplex und es müssen viele Details geklärt werden. Und das bedeutet, dass es auch hier noch viel zu berichten geben wird.

Volker Hejny

About Volker Hejny

Volker Hejny ist Wissenschaftler am Institut für Kernphysik und arbeitet seit einiger Zeit innerhalb der JEDI Kollaboration an der Möglichkeit permanente elektrische Dipolmomente (EDMs) von Protonen und Deuteronen mit der Hilfe von Speicherringen zu messen, um damit zu erklären, wieso es im Universum fast nur Materie, aber kaum Antimaterie gibt.

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