Was macht ein Physiker, wenn er einen Pixelfehler auf seinem Smartphone dokumentieren möchte, der aber aufgrund der Auflösung nur durch eine VR-Brille sichtbar ist? Ganz klar: er versucht ihn zu fotografieren – und ist dann erstmal erstaunt wie gut das geht! Auch wenn das jetzt nichts mit EDM Messungen zu tun hat, lohnt es sich doch die entstandenen Bilder zu zeigen.Da ich keine Schleichwerbung betreiben will, sei nur soviel gesagt, dass das Display eine Größe von 2560 x 1440 Pixel hatte, was auf 5.7 Zoll einer Auflösung von 515 ppi entspricht – also klar in einem Bereich liegt, wo man einen einzelnen Pixelfehler nicht mehr mit bloßen Auge sieht – und ihn daher einem Servicemitarbeiter auch nicht so einfach zeigen kann. Sehr wohl sehen konnte man den Fehler aber mittels einer VR-Brille, da die Linsen eine genügend starke Vergrößerung bewirken. Schließlich muss ja hier das komplette Sichtfeld abgedeckt werden.

Also dachte ich mir, da mache doch mal ein Foto. Als Kamera diente eine Spiegelreflexkamera mit 17-85mm Zoomobjektiv, das durch einen Macro-Zwischenring ergänzt war. Das Smartphone lag flach auf dem Tisch und die Kamera hing darüber an einem Stativ. Per manuellem Fokus habe ich dann erstmal auf die Schrift auf dem Display scharf gestellt und dann das Display (mittels einer entsprechenden App) nacheinander auf verschiedene Farben eingeschaltet: Weiß, Violett, Rot, Blau, Grün, Gelb, Cyan und Schwarz.

Natürlich zeigten die Fotos genau diese Farben und auch der Pixelfehler war bei leichter Vergrößerung bereits zu sehen. Interessant wurde es aber erst, also ich noch weiter in die Bilder herein gezoomt habe. Was ich nicht erwartet hatte, war, dass die Auflösung von solchen einfachen Schnappschüssen ausreicht, die RGB-Struktur des Displays zu zeigen. Hier das Ergebnis:

Smartphone-Display (515 dpi) mit Pixelfehler bei verschiedenen Farben und entsprechender Vergrößerung. Die Bilder zeigen jeweils etwa einen Ausschnitt der Größe 0,6mm x 0,45mm. (Foto: VH)

Die RGB-Matrix des Displays ist deutlich zu erkennen. Offensichtlich „fehlt“ also ein grünes und ein blaues Sub-Pixel. Dafür ist dann bei „Bildschirm aus“ das grüne Pixel an – wieso auch immer. Bei einer Auflösung von 515 dpi ist ein gesamtes Pixel etwa 50µm groß und ein Subpixel hat einen Durchmesser von etwa 20µm. Daher entsprechen die Bilder einem Ausschnitt auf dem Display von jeweils etwa 0,6mm x 0,45mm. Für diesen einfachen „Versuchsaufbau“ ein doch erstaunliches Ergebnis.

Volker Hejny

About Volker Hejny

Volker Hejny ist Wissenschaftler am Institut für Kernphysik und arbeitet seit einiger Zeit innerhalb der JEDI Kollaboration an der Möglichkeit permanente elektrische Dipolmomente (EDMs) von Protonen und Deuteronen mit der Hilfe von Speicherringen zu messen, um damit zu erklären, wieso es im Universum fast nur Materie, aber kaum Antimaterie gibt.

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