von Hanno Schiffer

Wer sich dem Campus Jülich nähert, sieht ihn schon von Weitem: den Wetterturm. Was dieser alles fürs Forschungszentrum Jülich leistet, weiß Dr. Patrizia Ney von der Abteilung „Sicherheit und Strahlenschutz“ – per Drohnenvideo nimmt uns die Meteorologin mit auf einen Flug rund um den Turm.

Spektakulärer Campusblick: Dr. Patrizia Ney auf der obersten Plattform des Wetterturms, fotografiert von Kollegen der Objektsicherung (S-O) mit einer ihrer Drohnen. Bild: Forschungszentrum Jülich

Alle reden übers Wetter. Aber bei Dr. Patrizia Ney ist das mehr als nur Smalltalk. „Ich interessiere mich für Daten und Fakten rund ums Wetter, und für die nötige Technik, mit der sich möglichst belastbare Wetterbedingungen für die Jülicher Region bestimmen lassen“, erklärt Ney. Kein Wunder, denn gemeinsam mit einem Kollegen betreut sie die meteorologische Station am Forschungszentrum Jülich: mit Wetterturm, Wetter- und Klimastation.

Ihre Arbeit liegt Ney am Herzen. „Schon als Kind fand ich Wetterphänomene wie Gewitter oder Stürme unglaublich spannend. Und mit acht habe ich aus einem Backofenthermometer, das ich meiner Mutter aus der Küche stibitzt habe, meine erste eigene kleine Wetterstation gebaut.“ Ein paar Jahre später schenkten ihre Eltern ihr eine „richtige“ Wetterstation. Seitdem schaut sie regelmäßig gen Himmel und ist diesem heute am Forschungszentrum sogar oft ein Stückchen näher: wenn sie per Aufzug den 124 Meter hohen Wetterturm hochfährt, um dort die vielen Messgeräte und Sensoren zu kontrollieren. „Denn hier prüft regelmäßig der TÜV“, erläutert die 39-Jährige und lächelt plötzlich: „Und der Blick von da oben über unseren Campus ist einfach genial!“

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Gewinn für FZJ-Forschung

Nach dem Studium der physischen Geografie und Umwelt-meteorologie in Trier promovierte Ney in Jülich am Agrosphärenfoschung (IBG-3) zu Wechselwirkungen zwischen Landoberfläche und Atmosphäre. Anfang 2022 übernahm sie die Leitung der Wetterstation am FZJ – eine verantwortungsvolle Aufgabe. Die Messdaten, die Ney am Wetterturm erfasst, sind zur Umgebungsüberwachung für den Strahlenschutz am Forschungszentrum rechtlich vorgeschrieben. Einiges davon ist aber auch wichtig für Jülichs Forschung: „Ob Temperatur, Niederschlag, Winddaten, Solarstrahlung oder Aerosolmessungen: Viele Messdaten werden etwa vom Institut für Energie- und Klineforschung und Institut (IEK) für Bio- und Geowissenschaften (IBG) genutzt, aber auch von Universitäten und vom Deutschen Wetterdienst“, berichtet Ney.

Doch Neys Wetterexpertise wird auch von anderen hochgeschätzt: „Mich rufen Jülicher Landwirte an, die wissen möchten, ob sie ihre Kartoffeln noch auf dem Acker lassen können oder Frost ansteht. Versicherungen erkundigen sich bei mir zu Sturm- und Starkregenereignissen. Und Eltern melden sich und möchten wissen, ob das Wetter am Wochenende trocken und sonnig bleibt, weil sie einen Kindergeburtstag planen“, berichtet sie schmunzelnd.

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