Dass das Jahr zu Ende geht, erkennt man im Forschungszentrum unschwer an der reduzierten Wartezeit im Seecasino (Geschirrrückgabe) oder daran, dass morgens gegen 9 Uhr noch Parkplätze zu finden sind. Es ist also an der Zeit, die vergangenen zwölf Monate hier im Blogportal Revue passieren zu lassen. Und – er soll nicht fehlen – einen kleinen Ausblick zu wagen.

Zu den Fakten

Im Portal haben unsere Autoren im laufenden Jahr 32 Beiträge veröffentlicht. Rund 14.000 Besucher riefen insgesamt 25.000 Mal Seiten auf. Die drei erfolgreichsten Beiträge 2019 waren:

Neu hinzu kam der LLEC-Blog, in dem sieben Blogger in den kommenden Jahren darüber berichten, wie sich unser Campus in Jülich in ein Reallabor für die Energiewende verwandelt. Anfang des Jahres ging zudem der Blog You In Your Brain an den Start. Anna Geiger schreibt über die Aktivitäten des Jülicher Instituts für Gehirn und Verhalten und hat diese Tage sogar einen eigenen Jahresrückblick veröffentlicht.

Anfang 2020 werden zwei weitere Blogs hinzukommen. Einer nimmt euch mit auf abenteuerliche Exkursionen, beim anderen steht ein wichtiges Thema im kommenden Wissenschaftsjahr im Fokus.

 

Kommunikations-Highlight 

Mein Highlight in Sachen Kommunikation war dieses Jahr ganz klar der Tag der Neugier mit dem Videocamp der RTL-Journalistenschule. Nachdem rund 20 junge Journalisten eine Woche lange und zum Teil hier im Zentrum Workshops zum Thema Mobile Reporting und Eventberichterstattung besucht hatten, setzten sie bei unserem Tag der offenen Tür das Erlernte um. In unseren Social-Media-Kanälen und für ihre Heimatmedien berichteten sie live über das Event mit rund 20.000 Besuchern und sorgten für eine Menge Traffic. Natürlich haben wir uns über die tollen Inhalte sehr gefreut. Es war aber auch einfach eine tolle Truppe, und die Zusammenarbeit mit den Referenten und den Teilnehmern hat mir super viel Spaß gemacht.

Und sonst so?

Im Bereich Social Media waren wir – u. a. aufgrund des Tags der Neugier – bereits Ende 2018 Instagram beigetreten. Rückblickend eine gute Entscheidung, denn in den vergangenen zwölf Monaten haben wir rund 1.600 Follower für unsere bildbasierten Inhalte gewinnen können. Ansonsten bleibt Vieles wie gehabt: Twitter und Facebook sind unsere wichtigsten sozialen Netzwerke. Auf Twitter richten wir uns verstärkt an die Scientific Community sowie die Presse und Zuwendungsgeber. Auf Facebook – nach wie vor das Netzwerk, über das wir die meisten Nutzer erreichen – wenden wir uns verstärkt an Mitarbeiter, Nachbarn und Freunde des Forschungszentrums. Interessant ist auch, dass sich die Anzahl unserer Follower bei den Karrierenetzwerken (ähnlicher Inhalt, aber unterschiedliche Sprache) stark auseinanderentwickelt hat: Während uns bei LinkedIn 23.000 Nutzer folgen, sind es bei Xing 3.000. Auf YouTube sind die Abrufzahlen, sieht man von dem Musikvideo „Unsere Stammbaum“ des Chors des Forschungszentrums ab, eher moderat. So wurde unsere Animation zu „25 Jahren Ozonwarnung“ auf YouTube rund 110 Mal aufgerufen, während sie auf Facebook rund 3.000 Aufrufe anzeigt. Auf YouTube haben wir daher vor, unser Profil zu schärfen und auch Neues zu versuchen (ich sage nur 360-Grad-Videos). Problematiken von reinen Abrufzahlen und auch der Facebook-Video-Statistik sind übrigens bekannt. Passend dazu unter mehr.     

Datenjournalismus und Evaluation in der Wissenschaftskommunikation

Vor dem Hintergrund, dass wir Anfang des Jahres mit einem datenbankgetriebenen Projekt, dem Stickoxid-Rechner, äußert gute Erfahrungen gemacht hatten, beschäftigten wir uns auch mit Datenjournalismus. Ob Fußgängersimulation oder regionale Umweltdaten, wir sehen bei uns im Forschungszentrum eine Vielzahl von Daten, die wir Interessierten und insbesondere Journalisten über Weboberflächen gerne als Recherchequellen zur Verfügung stellen würden. Wir haben jedoch auch gemerkt, wie zeit- und arbeitsintensiv derartige Projekte sein können. Dennoch planen wir, solche „Leuchttürme“ zukünftig in unsere Kommunikation einzubeziehen.   

Vor wenigen Wochen wurde dann das Thema Evaluation in der Wissenschaftskommunikation akut. Wissenschaft im Dialog hatte im Umfeld des BMBF-Grundsatzpapiers zur Wissenschaftskommunikation zu einem Stakeholder-Workshop eingeladen, um von Kommunikatoren und Wissenschaftlern persönliche Erfahrungen und Perspektiven zum Thema einzuholen (wer sich noch beteiligen möchte, kann auch hier an einer Umfrage teilnehmen). Ziel des andauernden Projekts ist es, eine Standardisierung der Evaluationsmethoden in der WissKomm zu diskutieren und womöglich ein Toolkit bereitzustellen, das zu einer stärkeren Wirkungsorientierung innerhalb der Branche führt. Ein spannendes Thema, denn ich finde es in der Tat schwierig, über das Abhaken von erreichen Zielen (z. B. definierte Reichweite oder Interaktionsraten) hinaus, Anhaltspunkte zur Wirkung der eigenen Kommunikation zu erheben. Ist das im Alltag überhaupt möglich? Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Neue Campus-App im Frühjahr

Derzeit arbeite ich auch an einer neuen FZJ-App zur Navigation auf dem 2,2 Quadratkilometer großen Jülicher Campus. Funktional und auch in puncto Layout wird sich die App an der Version zum Tag der Neugier orientieren und Mitarbeitern sowie Besuchern den schnellsten Weg zum gewünschten Gebäude anzeigen. Im Frühjahr wird die App zum Download in den Stores bereitstehen und die aktuelle Version ersetzen.

Pressesprecherin und Wahl zum Wissenschaftsblog

Meine Chefin, Dr. Anne Rother, ist in der Kategorie „Forschungsinstitute und Hochschulen“ vor ein paar Wochen zur Forschungssprecherin des Jahres gewählt worden. Das hat uns alle sehr gefreut. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb von Rainer Korbmann, früherer Chefredakteur von Bild der Wissenschaft und heute Betreiber des Blogs „Wissenschaft kommuniziert“. Dort läuft aktuell auch wieder die Abstimmung zum Wissenschaftsblog des Jahres. Die Jülich Blogs sind abermals unter den Nominierten, was uns ebenfalls sehr freut. 

Merry Christmas

Es bleibt, euch für das Interesse an unseren Blogbeiträgen und allgemein unserer Forschung zu danken und uns mit den besten Wünschen für das kommende Jahr zu verabschieden. Und wer könnte das schöner sagen, als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums selbst…