Wir laden ehemalige Jülicher Doktoranden ein, einen Blogeintrag über ihre Dissertation und ihre Zeit am Forschungszentrum Jülich zu schreiben. Heute freuen wir uns über einen Gastbeitrag von Dr. Martin Robinius.#MyPhD

Meine Doktorarbeit beschäftigte sich mit dem Strom- und Gasmarktdesign zur Versorgung des deutschen Straßenverkehrs mit Wasserstoff sowie der Modellierung und Integration der erneuerbaren Energien in den Stromsektor. Dazu entwickelte ich ein Modell, welches bspw. die Residuallast auf Gemeindeebene in Deutschland berechnet und die Stromüberschüsse für Elektrolyseure bestimmen kann. Als Ergebnis zeigte sich, dass eine wirtschaftliche und flächendeckende Versorgung von ¾ des deutschen Straßenverkehrs mittels erneuerbaren Energien möglich ist. Die Ergebnisse meiner Arbeit sind wichtig, weil sie die Grundlage zur Beratung von Politik und Industrie im Rahmen der Energiewende liefern.

An einem typischen Arbeitstag habe ich eine Studie bzw. ein Paper gelesen, mehrere Stunden mit Matlab, QGIS und meinem MSSQL- Server gearbeitet, meine Masteranden betreut und eine Folie mit meinen Ergebnissen erstellt. Eine Herausforderung lag später darin, die unzähligen Ergebnisse für meine Dissertation zu komprimieren.

An die Zeit als Doktorand in Jülich erinnere ich mich gerne zurück. Das Forschungszentrum hat es mir ermöglicht, mich in ein spannendes und für die Zukunft wichtiges wissenschaftliches Thema tief einzuarbeiten.

Abteilungsleiter Verfahrens- und Systemanalyse

Seit Januar 2016 bin ich nun Leiter der Abteilung Verfahrens- und Systemanalyse im Institut für elektrochemische Verfahrenstechnik (IEK-3), welche mit einem 15-köpfigen Wissenschaftlerteam Auslegungs- und Beratungsbeiträge auf dem Gebiet der energiebezogenen und technikbasierten Verfahrens- und Systemanalyse liefert. Mit dem Fokus auf die relevanten Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung werden regenerativ basierte Energiepfade konzipiert, modelliert und simuliert sowie im Hinblick auf ihre Effizienz, Robustheit, Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit bewertet und verglichen. Diesbezügliche Betrachtungen erfolgen übergreifend in Bezug auf unterschiedliche Energiesektoren sowie territoriale Grenzen.

Martin Robinius am Hanging Lake in Colorado .

Martin Robinius am Hanging Lake in Colorado, den er 2015 während eines Forschungsaufenthaltes am amerikanischen National Renewable Energy Lab (NREL) besuchte. Bild: privat

Zum Autor

Martin Robinius schrieb seine Doktorarbeit „Strom- und Gasmarktdesign zur Versorgung des deutschen Straßenverkehrs mit Wasserstoff“ am Jülicher IEK-3 (Institut für Energie- und Klimaforschung – Elektrochemische Verfahrenstechnik). Den Doktorgrad erhielt er mit Auszeichnung am 14. Dezember 2015 von der Fakultät für Maschinenwesen der RWTH Aachen. Für seine Arbeit erhielt Robinius den GEE Preis des Energieforums ‎Berlin in der Kategorie beste Dissertation 2015.

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Ein Kommentar zu “Mit meiner Doktorarbeit habe ich einen Beitrag zur Energiewende geleistet.”

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