Am Londoner Bahnhof King’s Cross findet sich seit geraumer Zeit ein Ort, der „Muggles“ magisch anzieht. Wo man es vermutet, wurde ein Schild mit der Aufschrift „Platform 9 3/4“ angebracht. Knapp darunter verschwindet ein beladener Gepäckwagen halbwegs in der Wand – ganz so, als ob man ihn mit Willenskraft und etwas Magie hindurchdrücken könnte, um auf der anderen Seite mit Harry Potter und Co. zur Hogwarts-Zauberschule zu reisen.

Mit Spaß bei der Sache: die „Jupiters Jülich“. Foto: FZJ / Marcel Bülow

Doch auch abseits des begehrten Londoner Fotomotivs hat es die Geschichte rund um den Zauberschüler ins echte Leben geschafft. Unweit des Forschungszentrums beispielsweise treffen sich die „Jupiter Jülich“ zweimal die Woche zum Quidditch. Seit April gilt es für die Gruppe aus Studierenden der FH und des Forschungszentrums, in Anlehnung an den Harry-Potter-Sport auf „Besen“ reitend Bälle zu jagen und diese durch verschieden hohe Ringe zu werfen. Bei dem an irdische Bedingungen angepasstem Sport werden jedoch PVC-Stangen statt Besen verwendet. Er vereint Elemente aus Handball, Völkerball und Rugby und ist nichts für zarte Gemüter: In gemischtgeschlechtlichen Teams schmettern die Kontrahenten Gummibällen auf den Gegner ab und ringen sich zu Boden.

Wie bei J.K. Rowling

Initiiert hat die Jülicher Gruppe Leon Bürgers, der an der FH und dem Forschungszentrum Chemie im ersten Semester studiert. Der Neu-Jülicher hatte bereits in Bonn mit dem Kontaktsport begonnen und es über einen mehrstufigen Auswahlprozess sogar ins Deutsche Nationalteam geschafft. Sein bisher größter Erfolg: der siebte Platz bei der Quidditch-Weltmeisterschaft Ende Juni in Florenz. „Mir macht Quidditch einfach Spaß“, sagt Leon und erklärt mit leuchtenden Augen, wie der Sport funktioniert: 

Kampf um den Quaffel. Foto: FZJ / Marcel Bülow

Jedes Team schickt sieben Spieler aufs Feld. Es gibt die Jäger, die den Quaffel, eine Volleyball, durch einen der drei Ringe des gegnerischen Teams werfen. Die eigenen Ringe wiederum werden von Hüter beschützt. Dann sind da zwei Treiber, die die gegnerischen Spieler abwerfen, um sie für kurze Zeit aus dem Spiel zu nehmen. Und – ganz wie im Original von J.K. Rowling – gibt es noch den Sucher, der Ausschau nach dem Schnatz hält: einem Tennisball in einer Socke am Trikot eines unparteiischen Spielers. „Man wird sowohl taktisch wie auch körperlich gefordert und somit ist für fast jeden etwas dabei“, so der Sportgruppenleiter. Und dass die „Jupiters Jülich“ mit Spaß bei der Sache sind, ist nicht zu übersehen.

Mitspieler gesucht

Wer das Harry-Potter-Spiel einmal in natura erleben will, kann sich bei Leon über Facebook melden oder einfach beim Training vorbeikommen, zuschauen oder direkt mitmachen. „Mitzubringen sind Sportsachen, Getränke und, falls vorhanden, Stollenschuhe und Mundschutz“, so Leon. Ein Hang zu Harry Potter ist übrigens keine Voraussetzung, schaden tut er aber auch nicht. ⚡

Gestern gings natürlich wieder weiter mit dem Training! :DIn drei Wochen haben wir unser ersten Testspiel mit den…

Gepostet von Jupiters Jülich Quidditch am Dienstag, 17. Juli 2018

 

 

Marcel Bülow

Über Marcel Bülow

Marcel Bülow, a science journalist by training, joined Forschungszentrum Jülich in 2012. As social media manager in the corporate communications department he is editor of the „Jülich Blogs“ and the voice of Forschungszentrum Jülich on Facebook, Twitter and Co.

2 Kommentare zu “Auf der Suche nach dem Schnatz: Jülicher Azubi leitet Quidditch-Sportgruppe”

  1. Stephan R.

    Coole Sache! Ich kenne da ein paar Leute, die direkt mitmachen würden. Auch wenn die Besen nicht fliegen können… 🙂

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