Dass ein aktives Nutzen von Social-Media-Angeboten einzahlen kann auf wissenschaftliche „Währungen“ wie die Reputation in der Fachcommunity oder Zitate in anerkannten Journalen, ist mittlerweile weitgehend anerkannt. Es wundert daher nicht, dass die Zahl der Wissenschaftler:innen, die in sozialen Netzwerken kommunizieren, in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist.

Eine Hürde, die einige Forschende (und sicher auch prinzipiell Willige anderer Fachrichtungen) mitunter noch von einer Registrierung bei Twitter und Co abhält, ist – neben Bedenken wegen negativer Reaktionen – die Unsicherheit darüber, was „man da schreiben soll“.

Um auch diese Hürden zu überwinden und den Einstieg in soziale Netzwerke zu erleichtern, habe ich ein „Acht-Stufen-Modell für einen erfolgreichen Social-Media-Einstieg“ erstellt, das ich Wissenschaftler:innen am Forschungszentrum Jülich seit einigen Jahren vorstelle. Die einzelnen Schritte klingen aus Sicht eines aktiven Social-Media-Nutzers womöglich trivial – und viele Nutzer gehen ohnehin ähnlich vor. Ich habe aber festgestellt, dass das Modell bei Unschlüssigen sehr positiv aufgenommen wird und Sicherheit beim Einstieg bieten kann.

Im Wesentlichen erlaubt das Modell Wissenschaftler:innen, das ausgewählte Netzwerk mit den für sie wichtigen Accounts und Inhalten Schritt für Schritt kennenzulernen. Der Druck enfällt, direkt zu Beginn eigene Inhalte bereitzustellen. Vielmehr erhalten die neuen Nutzer:innen durch das anfängliche Zuhören und Teilen ein Gespür dafür, welche Inhalte typischerweise angeboten werden, und sie können auf eigenen Content schließen. Ebenso lässt sich das Risiko von negativen Reaktionen zu Beginn des Engagements stark minimieren.

Das Acht-Stufen-Modell für einen erfolgreichen Social-Media-Einstieg

1. Plattform wählen
Abhängig von eigenen Zielen (wen möchte ich erreichen?), für Wissenschaft bietet sich i.d.R. Twitter oder LinkedIn an

2. Anmelden
Profilangaben mit Bedacht auswählen, Impressum angeben

3. Vernetzen / folgen
Kolleg:innen, Projektpartner:innen, Fachcommunity etc.

4. Zuhören und zusehen
Noch keine eigenen Inhalte

5. Inhalte anderer Nutzer:innen teilen, retweeten, liken etc.
Noch keine eigenen Inhalte

6. Existierende Inhalte außerhalb des Netzwerks verlinken
Hinweis auf Paper, Fachtagungen, Pressemeldungen oder -bericht etc.

7. Eigene inhaltliche Einträge gestalten
SharePics erstellen, in Threads (mehreren Tweets) Forschung vorstellen, Experiment live zeigen, einfache Antworten geben etc.

8. Kontroverse Meinungen posten, sich an Diskussionen beteiligen


About Marcel Bülow

Marcel Bülow, a science journalist by training, joined Forschungszentrum Jülich in 2012. As social media manager in the corporate communications department he is editor of the „Jülich Blogs“ and the voice of Forschungszentrum Jülich on Facebook, Twitter and Co.

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