Es sind außergewöhnliche Zeiten. Das Forschungszentrum hat komplett auf Basisbetrieb umgestellt und außer einer Notbesetzung vor Ort, sind alle Mitarbeiter im Homeoffice. Videokonferenzen, Abteilungschats oder kooperatives Arbeiten in Dokumenten – mittlerweile hat sich das Arbeiten von zu Hause eingespielt, wie auch die Kollegin Anna Geiger kürzlich beschrieb. Was oftmals fehlt, ist die persönliche Komponente im Büro. Das Gespräch am Morgen, die Wochenendgeschichte während des Mittagessens oder den Austausch zwischendurch, lernt man derzeit mehr und mehr zu schätzen. Auf der anderen Seite findet sich in der häuslichen Ruhe mitunter Gelegenheit, Projekte voranzutreiben, die im normalen Alltag womöglich kürzer kommen.

Passend dazu haben wir unseren ersten 360-Grad-Rundgang fertiggestellt. Bilder und Videos dazu hatten wir bereits vor der Corona-Krise aufgenommen. In den vergangenen Wochen entstand nun eine virtuelle Tour durch die Lysimeter-Anlage des Jülicher Instituts für Agrosphärenforschung.
Aber der Reihe nach…

Die Tour führt auch in den Lysimeterkeller des Jülicher Instituts für Agrosphärenforschung. Quelle: Forschungszentrum Jülich / Marcel Bülow

Warum 360-Grad-Videos?

Auf die Idee, eigene 360-Grad-Rundgänge zu erstellen, kamen wir am Tag der Neugier 2019. Rund um das Event veranstaltete die RTL-Journalistenschule einen Video-Workshop mit jungen Journalisten von der Rheinischen Post und den Aachener Nachrichten. Die RTL-Profis hatten unter anderem eine 360-Grad-Kamera im Gepäck, mit der ein erster Rundgang entstand: Ein Teilnehmer des Camps lief mit der Kamera durch unser Institut für Pflanzenwissenschaften – der Zuschauer kann den Blickwinkel der Kamera im Video selbst bestimmen.

Das Format kam bei den Teilnehmern gut an. Und auch wir haben den Eindruck, dass solche Fotos und Videos eine tolle Möglichkeit bietet, Außenstehenden Einblicke in unsere Institute und Forschungseinrichtungen zu gewähren. Das interaktive Element lässt sie unser Zentrum sogar ein Stück weit selbst entdecken.  

Die richtige Software hilft

Wir schafften uns also eine 360-Grad-Kamera an, wie sie etwa die Stiftung Warentest untersucht hat. Nach den ersten Aufnahmen und Versuchen merkten wir schnell, wie schwierig es ist, zusätzliche Informationen in die Bilder und Videos einzubinden. Gängige Schnittprogramme erlauben mitunter zwar das Bearbeiten von 360-Grad-Videos, leichter geht dies jedoch mit spezieller Software. Zusätzlich zur Kamera haben wir uns daher für eine „Virtual tour“-Software entschieden. Mit ihr lassen sich einzelne Panorama-Aufnahmen zu einer Tour verbinden und sogenannte Hotspots mit Infokästen und Videos einbinden. Etwas kompliziert ist das Erstellen eigener Menüs und Seiten innerhalb der Tour. Die Software bietet jedoch Vorlagen, die „nur“ anzupassen sind. Wer sich mit Content-Management-Systemen auskennt, sollte aber damit klarkommen. 

Das Ergebnis: Rundgang durch die Lysimeter-Anlage 

Dr. Thomas Pütz führt durch die Lysimeter-Anlage auf dem Forschungscampus in Jülich. Quelle: Forschungszentrum Jülich / Marcel Bülow

Nach reichlich Probieren und einigen Abstimmungsschleifen ist es nun so weit: Unser erster Rundgang ist fertig. Er nimmt euch mit durch die Lysimeter-Anlage des Instituts für Agrosphärenforschung bei uns am Forschungszentrum Jülich. Dies ist ein Bereich, der sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Führung übernimmt Dr. Thomas Pütz, dem wir sehr dankbar sind, dass er sich auf das Wagnis eingelassen und vor der Kamera geduldig unsere Fragen beantwortet hat. 

Wir sind gespannt über eure Rückmeldungen. Ihr könnt gerne hier einen Kommentar hinterlassen oder eine E-Mail an m.buelow@fz-juelich.de schreiben. Vielleicht findet der eine oder andere ja auch das Bild, auf dem mein Versteck nicht wirklich gelungen ist. 

Und jetzt viel Spaß!

www.fz-juelich.de/tour-lysimeter

 

 

Marcel Bülow

About Marcel Bülow

Marcel Bülow, a science journalist by training, joined Forschungszentrum Jülich in 2012. As social media manager in the corporate communications department he is editor of the „Jülich Blogs“ and the voice of Forschungszentrum Jülich on Facebook, Twitter and Co.

No Comments

Be the first to start a conversation

Leave a Reply

  • (will not be published)